Meine Technik


Da sicher viele gerne wissen wollen, welche Technik bzw. Software man braucht um eine solche heimliche „Überwachungs-Aktion“ zu starten, wie ich es bei meiner Freundin getan habe und noch immer tue, hier ein paar Tipps, wie man einen Windows-Rechner mit angeschlossener Webcam heimlich überwachen kann:

Herzstück: Der Webcam Splitter
Normalerweise kann immer nur ein Programm auf das Eingangssignal einer Webcam zugreifen. Um dieses Signal mit mehreren Anwendungen gleichzeitig nutzen und verteilen kann, braucht es einen sogenannten Webcam Splitter. Dafür habe ich ein wenig in die Tasche greifen müssen, der Webcam Splitter Pro von Verysoft kostet zwar US$39,35, lässt sich aber dafür weitgehend unauffällig auf dem Zielrechner, in diesem Fall der Rechner meiner Freundin, installieren und benutzen.

Software zum Webcam streamen übers Netzwerk
Ich musste eine Weile suchen um eine Software für Windows zu finden, mit der man das Signal einer Webcam problemlos in ein Netzwerk streamen – also senden – kann. Mit Webcam XP habe ich gefunden, was ich brauchte – diese Software stellt als Web-Server auf einem frei definierbaren Port das Webcambild in Echtzeit als Flash-Stream, Motion-JPG oder Javascript bereit. Es lässt sich als Dienst mit Windows im Hintergrund starten und liefert den Webcam Stream, sobald die Kamera eingeschaltet wird.

Erreichbarkeit des Zielrechners
Der Rechner auf dem Webcam XP läuft muss dann noch vom Internet aus erreichbar sein, denn das Programm arbeitet als ein Server. Dies ist der schwierigste Teil, denn private Computer bekommen in der Regel vom Internet-Provider eine sogenannte dynamische IP, d.h. es wird jedesmal eine neue IP-Adresse vergeben, wenn sich der Rechner neu mit dem Internet verbindet. Dafür gibt es Dienste wie http://www.dyndns.com/ – mit ihrer Hilfe kann man Rechnern mit dynamischen IPs einen Hostnamen zB wie meinefreundin.homeip.com zuordnen. Damit DynDNS auch immer die aktuelle Adresse des Rechners mitgeteilt bekommt, installiert man auf dem Zielrechner ein entsprechendes Updater-Programm wie dieses für Windows http://www.dyndns.com/support/clients/windows.html

Router/Firewall-Konfiguration
Auf dem Zielrechner läuft nun also der Webcamserver, der über einen festen Namen aus dem Internet aufgerufen werden kann. Ein weiteres Hinderniss stellen DSL-Router und Firewalls dar, denn diese blocken in der Regel alle Zugriffe aus dem Internet ab. Man muss also noch auf Router und/oder Firewall noch eine sogenannte Portfreigabe einrichten, auf der man eingehende Anfragen aus dem Internet erlaubt und an den Zielrechner weiterleitet. Bei meiner Freundin siehst das so aus, dass ihr Laptop mit der lokalen IP 192.168.10.101 über einen DSL-Router ins Internet verbunden ist. Der Webcamserver läuft auf Port 1080 ihres Laptops. Damit ich vom Internet auf diesen Webcamserver zugreifen kann, habe ich den Router so konfiguriert, dass eingehende Verbindungen auf Port 1080 auf ihren Laptop mit der lokalen IP 192.168.10.101 weitergeleitet werden. Ich brauche jetzt auf der Arbeit nur noch http://meinefreundin.homeip.com:1080 in meinen Browser eingeben und bekomme so den Live Webcamstream zu sehen – falls die Webcam meiner Freundin gerade aktiv ist.

PS: meinefreundin.homeip:1080 ist natürlich nicht die echte Adresse, denn wir von hier aus diverse Leser auf den Rechner meiner Freundin zugreifen würden, würde bei ihr die Internetverbindung zusammenbrechen 😉 Wer gerne mal gucken möchte, kann sich ja eventuell per Kommentarfunktion melden – dann schauen wir mal ob sich das einrichten lässt.